Franzi....

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Draußen ist es unwirtlich und kalt. Die Arbeit türmt sich auf Franzis Schreibtisch. Sie seufzt. Morgen ist Weihnachten. Franzi beantwortet noch die dringendsten Emails und sortiert letzte Dokumente ein. Sie möchte nach den Feiertagen kein Chaos im Büro vorfinden. Sie schaltet die Heizung auf Ferienbetrieb und schließt das Büro ab. Zuhause holt sie die Schachteln mit dem Weihnachtsschmuck vom Dachboden. Sie öffnet eine davon und betrachtet das bunte Sammelsurium aus fein gearbeiteten Christbaumanhängern aus Glas, filigranem Porzellan, Ton und Blech. Goldene Engel, lustige Figürchen, Schneemänner, rote-weiße Zuckerstangen, Herzen und kleine Pferdchen finden sich in dieser Schachtel. Ihr Blick verfängt sich an einem kleinen Zirkuspferd. Sie nimmt den Anhänger in die Hand und streicht mit einem Finger vorsichtig über die glatt polierte Oberfläche.  Franzi betrachtet das weiße Pferdchen von allen Seiten. Es wirkt schon etwas ramponiert. Eine leicht melancholische Stimmung macht sich in ihr breit. Die Vergänglichkeit ihres Lebens, aber auch mancher Dinge, die sie über Jahre gesammelt hat, wird ihr wieder einmal bewusst.   Sie legt das Pferdchen wieder in die Schachtel mit ihren anderen Weihnachtsschätzen zurück.  Gähnend beschließt sie, den Weihnachtsbaum erst morgen aufzuputzen. Es fehlt ihr heute die Kraft dafür. Müde und erschöpft kuschelt sie sich in ihr Bett. Im Schlafzimmer ist es kalt. Gut eingepackt in ihre warme Daunendecke schläft sie rasch ein.