DIE AUFTRAGGEBER

„Nur Frauen?“ Franzi weist mit ihrem Kinn auf die dicht besetzten Tische in der Gaststube. 

„Ja, dieses Lokal wird überwiegend von Frauen frequentiert. Das liegt vermutlich daran, dass Rosalba keine Genehmigung für den Ausschank von Alkohol hat.“ Es ist hier jedoch viel sicherer als in anderen Herbergen der Stadt! Ich möchte Sie keiner Gefahr aussetzen.“ Franzi blickt ihren Begleiter fragend in das Gesicht. „Droht mir Gefahr?“ 

„Die Männer in dieser Stadt handeln oft sehr impulsiv. Wenn dann noch Alkohol mit ins Spiel kommt, reicht oft schon ein falsch verstandener Blick und schon entsteht eine wüste Kneipenschlägerei. Glauben Sie mir, in eine solche möchten Sie nicht geraten. Doch haben Sie bitte keine Sorge. Das hier ist ein besonderer Ort. Es wird Ihnen nichts geschehen.“ Er macht kurz eine Pause, bevor er weiterspricht. 

„Der Lichterglanz in Ihren Augen ist trotz Maske bemerkenswert, meine Liebe. Das ist es, nach dem wir gesucht haben.“

„Wir?“ „Ja, wir. Das Hoffnungsministerium.“

Die Wirtin weist den beiden einen Platz in der Ecke des Raumes abseits des Trubels zu. Franzi bemerkt erst jetzt, dass sie ein Bein nachzieht. 

„Ist sie das?“, fragt die Wirtin neugierig, während sie Franzi unverhohlen mustert. „Ja“, erwidert der Fremde, „das ist Francesca.“

Sie hinkt zurück zu den anderen Frauen. Sie nimmt inmitten der Frauenrunde Platz. Es wird getuschelt.  Die Frauen drehen immer wieder die Köpfe in Franzis Richtung. Es ist klar, dass sie das Gesprächsthema des Abends ist. Franzi kann das auch niemandem verübeln. Ihr Aufzug wäre auch zuhause ein sehr ungewöhnlicher gewesen.

DIE MÄRCHENAUGEN
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